Das Wort „Kaninchen“ ist für viele Menschen der Inbegriff für Knuddeln, Streicheln und den Anblick voller Niedlichkeit. Gewiss, das ist auch verständlich! Jedoch möchte der kleine Hoppelhase auch artgerecht gehalten werden und das unter gleichbleibenden Voraussetzungen über einen längeren Zeitraum hinweg.

Verschiedene Rassen

Momentan existieren bis zu 200 unterschiedliche Rassen, die in verschiedenen Farbvariationen und körperlichen Merkmalen durch selektive Zucht entstanden sind. Eine Einteilung erfolgt in Größen von Zwergrassen über kleine, mittelgroße und große Rassen sowie Kurzhaarrasen, Langhaarrasen und Normalhaarrassen. Der Sinn der Züchtung sei dahingestellt. Oft leiden die Tiere eher an den „angezüchteten“ und zum Leben unbrauchbaren körperlichen Verniedlichungen. Schon allein deshalb ist es ratsam, genaueste Überlegungen über die Anschaffung bestimmter Rassen zu treffen.

Als Hauskaninchen sind Hermelin oder Löwenkopfkaninchen, Zwergrexkaninchen oder Zwergwidderkaninchen geeignet.

Lebenserwartung

Ein Kaninchenleben beträgt durchschnittlich fünf bis zwölf Jahre. Die günstigsten Voraussetzungen für ein langes Leben weisen Mischlinge sowie kleine bis mittelgroße Rassen auf. In Einzelfällen kann das Alter noch geringfügig überschritten werden. Das hängt jedoch auch von den Haltungsbedingungen und der Ernährung ab.

Im Gegensatz zu Wildkaninchen leben Hauskaninchen circa zwei Jahre länger. In der Natur hoppeln die wilden Kaninchen ungefähr zehn Jahre, jedoch betrifft das nur eine geringe Anzahl. Knapp die Hälfte der Kaninchen wird nicht älter als zwei Jahre. Die natürlichen Feinde wie beispielsweise Fuchs, Marder, Wolf, Bussard, Habicht, Wiesel sind oft schneller.




Haltungsbedingungen

Schon vor der Anschaffung muss geklärt sein, wer für das Kaninchen sorgt, wenn man selbst für einen längeren Zeitraum durch Urlaub oder Krankheit ausfällt. Besonders bei der Eingewöhnung wird der Besitzer keinesfalls sein Kaninchen alleine lassen.

Eine Dauerkäfighaltung sollte auf keinen Fall erwogen werden. Kaninchen sind äußerst bewegungsfreudig. Sie brauchen viel Platz, demnach ein großes Außengehege zum Nagen, Graben, Verstecken, Haken schlagen und natürlich für Luftsprünge, die ihre Lebensfreude ausdrücken In einem zu kleinen Käfig kann die Muskulatur nicht beansprucht werden und verkümmert. Die Käfige in Tierhandlungen sind meist zu klein für den Bewegungsdrang der vierbeinigen Hüpfer. Als Anhaltspunkt für Gehege der kleinen Bewohner gilt eine Grundfläche von mindestens zwei Quadratmeter, für die größeren Kaninchen hingegen drei Quadratmeter. Eine größere Reichweite ist selbstverständlich immer besser!

Sozialverhalten

Das Kaninchen ist ein Sippentier: Deshalb sollte man es immer im Doppelpack angeschafft werden. Wichtig ist hierbei, dass es bei gleich geschlechtlichen Tieren anfangs oft zu Problemen kommt. Die Rivalen legen ihre Rangordnung fest. Sobald der Rammler zwischen dem zweiten und dritten Lebensmonat geschlechtsreif wird, beginnt der Kampf zum Rudelführer des Alpha-Männchens. Das ist ein normales Verhalten der Tiere. Der Besitzer braucht während dieser Zeit etwas mehr Geduld und Rücksichtnahme.

Ernährung

Bei der Ernährung von Kaninchen stehen viele Halter noch immer vor der großen Unbekannten. Oft folgen sie obendrein noch der irreführenden Industrie. Dabei kann es einfacher nicht sein! Frisches Trinkwasser ist am besten. Kaninchen sind obendrein Pflanzenfresser, die weder Trockenfutter, Getreide oder Zucker benötigen. Eine artgerechte Kaninchenernährung besteht hauptsächlich aus Blüten, Gräser, Kräuter und eventuell zum Nagen ab und zu mal eine kleine Rinde. Selbst das Gras aus dem Garten bietet reichlich Vitamine und ist fast das ganze Jahr verfügbar. Auch ab und zu kleine Leckerlis wie Erdbeere, Himbeere, Birne oder Apfel dürfen als Ergänzung in den Futternapf. Diese Früchte müssen jedoch sehr klein geschnitten.

Krankheiten

Obwohl Kaninchen als relativ robust und anspruchslos gelten, sind es Lebewesen, die auch erkranken können. Hierzu zählen beispielsweise Erkrankungen wie:

  • Virusinfektionen (Myxomatose, Chinaseuche
  • Pasteurellose (Kaninchenschnupfen)
  • Madenbefall
  • ernährungsbedingte Zahnprobleme

In manchen Fällen passiert es auch, dass Kaninchen im Gehege oder Käfig plötzlich tot umfallen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Eine Herzmuskelentzündung äußert ebenso sich auf diese Weise.

Unser Fazit

Kaninchen verhalten sich fast vollkommen unauffällig und leiden leise, da sie sonst in der Natur schnell als Beutetier erkannt werden. Trotzdem sollten schon kleinste Anzeichen einer Krankheit Anlass für das Aufsuchen eines Tierarztes sein.

Eins ist gewiss! Der aufmerksame Kaninchenbesitzer wird durch die liebevolle Betreuung dem kleinen Langohr eine schöne Lebenszeit ermöglichen!

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